Anlagewissen teilen - vom Wissen Gleichgesinnter profitieren

"Jetzt einsteigen! 400 % Gewinn." Jeder kennt diese E-Mails in seinem Postfach. Alan Ralsky, einer der weltweit eifrigsten Versender derartig unseriöser Investment-Tipp Newsletter, steht gegenwärtig in den USA vor Gericht. Der Vorwurf: Mit gezielten Aktienempfehlungen habe Ralsky teils massive Kursbewegungen ausgelöst und sich damit bereichert. Die 41-seitige Anklageschrift wirft Ralsky und zehn weiteren Verdächtigen vor, mit ihren trügerischen, "garantiert sicheren" Tipps die chinesische Börse beeinflusst zu haben.

Warum fallen allem Anschein nach reihenweise Anleger auf eigentlich offensichtliche Spam-Mails und Falsch-Informationen im Internet herein?
Ein Grund dürfte sicherlich im veränderten Nutzerverhalten der Internetuser einerseits, vor allem jedoch in der weiterhin sprunghaft steigenden Verbreitung des Internets andererseits liegen. Denn: Das Internet ist nicht nur in den USA eine wichtige, wenn nicht gar die zentrale Informationsquelle für Anleger. Allein in Deutschland lesen sich die Zahlen beeindruckend, beispielsweise stellt die ARD/ZDF Onlinestudie fest: Über 40 Millionen Deutsche haben mittlerweile einen direkten Internetzugang, und davon nutzen 72 Prozent das Web zur Informationsbeschaffung.

Transparente Internetrecherche vs. intransparente Anlageberatung?
Insbesondere Anleger suchen nicht ohne Grund im Internet nach unabhängigen, transparenten Informationen. Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beträgt das verfügbare Kapital der meisten Anleger in Deutschland nur rund 15.000 Euro. Dies führt das DIW auf eine äußerst ungleiche Verteilung des durchschnittlichen Vermögens in der Bundesrepublik zurück, wonach rund ein Zehntel der Bevölkerung insgesamt 2/3 des gesamten Vermögens besitzt.
Die Folge für den Großteil potenzieller Anleger: Die meisten professionellen Anlageberater bieten ihre Dienstleistungen erst ab einem Anlagebetrag von 50.000 Euro an. Wer also trotzdem sein kleines Vermögen durch eine geschickte Investment-Strategie vermehren möchte, dem bleibt nur die Wahl zwischen einem "Produkt von der Stange" bei einer Bank, oder dem selbstständigen Suchen nach Informationen - um in Folge die Geldanlage auf eigene Faust in Angriff zu nehmen.

Das Problem beim Gang zur nächsten Bank: Im Normalfall verkauft der Bankberater die Produkte der Bank. Individualität? Fehlanzeige. Transparenz und Unabhängigkeit: Fraglich.
Das Problem bei der Suche im Internet: Zwischenzeitlich ist die Flut an Investment-Informationen derart hoch geworden, dass selbst Anleger mit einem verhältnismäßig fundierten, fachlichen Wissen Schwierigkeiten haben, seriöse und unseriöse Informationen zu unterscheiden. Zu professionell, zu geschickt agieren heute bereits mutmaßliche Betrüger wie Ralsky.

Doch auch wenn man einem Anlageberater mit dem Zusammenstellen des eigenen Portfolios beauftragt, bleibt nicht selten ein schaler Beigeschmack: Wie unabhängig ist der Berater von Investmentgesellschaften? Sind die offerierten Tipps wirklich das Geld wert? Der Kunde weiß jedoch ganz sicher: Wenn er mit der gleichen Anlagesumme in der Tasche zu drei Beratern geht, bekommt er drei unterschiedliche Lösungen. Wie soll er wissen, welche wirklich die beste für ihn ist? Denn nur selten erfährt der Anleger, ob sein Berater evtl. die gleichen Aktientitel im Portfolio hat. Oder ob diese Titel jüngst abgestoßen wurden.
Das zentrale Problem scheint also darin zu liegen, dass es an Transparenz und Neutralität mangelt. Im Internet gibt es nun erste Modelle, die genau an dieser Herausforderung ansetzen und Lösungen bieten.

Gesucht: Nachvollziehbare und seriöse Anlagetipps im Internet
Der Grund für die Informationssuche von Anlegern im Internet ist einfach zu erklären: User erhalten dort mit wenig Aufwand, mit wenigen Mouse Clicks seitenweise Informationen. Gesucht wird - bezogen auf das Thema Aktien und Investment - nach seriösen und transparenten Informationen, um ein Portfolio zusammenstellen zu können, das perfekt zur Lebenssituation passt, sich an den Bedürfnissen des jeweiligen Anlegers orientiert - und eben nicht an den Provisions-Interessen des Bankangestellten. Anleger erhoffen sich oftmals aber auch, "Geimtipps" zu finden, mit Hilfe derer das eigene, kleine Vermögen in kurzer Zeit deutlich vermehrt werden kann. Und genau dies ruft dann mutmaßliche Betrüger wie Ralsky auf den Plan.

Wissen teilen in Finanz-Communities - ein Informationsvorsprung?
Die USA sind in der Internet-Entwicklung gegenüber Europa meistens einige Zeit voraus. Und so hat sich in den USA in den letzten Jahren bereits eine neue Form der Informationsbeschaffung für Investmentstrategien, Portfoliozusammenstellung und Aktientipps im Internet etabliert, die nun auch in Deutschland vermehrt angeboten und aufgebaut wird: Internetuser tauschen sich in sogenannten "Communities", also virtuellen Internet-Gemeinschaften, gezielt über Finanz-Themen aus.
Die Informationsbeschaffung funktioniert hier grundsätzlich über Kommunikation zwischen Personen mit gleichen Grundinteressen (beispielsweise: Aktien), die ihr Wissen gezielt austauschen. Dadurch wird das Wissen des Einzelnen durch den Austausch mit anderen, die ihrerseits wichtige Informationen besitzen, multipliziert.

Die Kommunikation erfolgt dabei zumeist auf dem neuesten Stand der Internet-Technik: Dem Einstellen, dem so genannten "Posten" von Anlageempfehlungen oder Informationen für die Community, geht das Anlegen eines eignen Profils voraus: Hier hinterlegt der jeweilige Internetuser einige persönliche Daten, wie beispielsweise seinen Namen, seine Anlagephilosophie, ggf. auch seinen Beruf etc.
Neben dem schriftlichen Posten von Aktienempfehlungen gehört auch das so genannte Verlinken auf wichtige, börsenrelevante Informationen, das Hochladen von Fotos und Videos mit interessanten Inhalten etc. zum gängigen Usus auf Finanzcommunities.

Durch derartige Online-Applikationen verändert sich das Informationsverhalten der Internetnutzer grundlegend: "Wisdom of the Crowd - Das Wissen der Vielen" nennt sich der ebenso einfache wie geniale Ansatz: Wer sein Börsen-Wissen in der Community mit anderen teilt, multipliziert das Wissen - und kann die Tipps der anderen überprüfen und bewerten. Jedoch gilt auch hier die zentrale Herausforderung: Wie kann mit einem solchen Ansatz sichergestellt werden, dass Menschen wie Ralsky & Co nicht auch hier durch falsche, unseriöse Tipps ihr Unwesen treiben?

Zentrale Herausforderung: Tippqualität muss transparent sein, der Anbieter unabhängig
Die zentrale Herausforderung für Investment- und Aktien-Communities besteht also nicht darin, nur eine Plattform zum Posten von Aktientipps bereitzustellen und zudem technische Applikationen zu offerieren, die eine communityinterne Kommunikation ermöglicht und forciert. Vielmehr muss es darum gehen, die Tippqualität des Einzelnen nachvollziehbar zu machen.
Einen sehr guten Beitrag über mehrere Communities, die in den USA mit derartigen Ansätzen im Investment-Internet-Umfeld erfolgreichen sind, hat der US-Journalist der „Business Week“, David Bogoslaw, verfasst. Eine deutsche Übersetzung hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung online gestellt.
Bogoslaw zeigt deutlich auf: Wenn Transparenz und Seriosität realisiert wird, avanciert eine Internet-Community rund um Investment-Fragen sehr schnell zu einem mehr als ernst zu nehmenden Wettbewerber zu klassischen Anlageberatern. Denn: Ein überprüfbares, und zudem transparent bewertetes Wissen Einzelner erhält durch den Multiplikator-Effekt der Community deutlich mehr Gewicht.

Voraussetzung für den Erfolg: Transparenz, Neutralität und Peer-Performance
Eine Community, die valide Informationen aus dem Wissen der Vielen ziehen soll, muss daher verschiedene Voraussetzungen erfüllen: Sie muss neutral sein, sie muss transparent sein und sie muss die Möglichkeit schaffen, die Performance der Mitglieder zu bewerten und miteinander zu vergleichen.
Bei einer eingehenden Betrachtung einer Aktien-Community sollte sich folgendes Bild ergeben:
  1. Neutralität:
    Die Betreiber der Community verdienen ihr Geld nicht durch Provisionen aus Aktienhandel, sondern sind komplett unabhängig. Finanziert wird die entsprechende Investment-Community über Werbung, ggf. auch über Mitgliedsbeiträge.
  2. Transparenz:
    Nutzer in der Online Anleger-Gemeinschaft legen dort entweder ihr Portfolio offen oder es ist möglich, die Qualität der Tipps bzw. die Seriosität der Tippgeber zu überprüfen.
  3. Peer Performance:
    Die Internetuser der Community erhalten dort einen Einblick, wie erfolgreich andere waren, die sich in einer ähnlichen Ausganglage befinden. So lassen sich die optimalen Anlagestrategien von Berufseinsteigern, jungen Familien oder Menschen am Ende ihres Arbeitslebens finden.

Dies bedeutet: Online-Foren, in denen letztlich unüberprüft Content eingestellt wird, sind für Investment-Themen nur bedingt geeignet. Denn sie bieten keinen ausreichenden Schutz vorSpammern wie Ralsky.
Technisch gut gemachte, transparente Aktien-Communities wie sharewise werden sich daher auch in Deutschland bereits kurzfristig durchsetzen. Denn hier finden Anleger nicht nur gebündeltes Börsen- und Anlagewissen, sondern auch die Möglichkeit, sich ein Stück weit von der häufig intransparenten Anlageempfehlung der Berater zu emanzipieren.
Und für seriöse Anlageberater bieten Online Aktien-Communities wie sharewise gar eine ganz neue Chance: Ein guter Anlageberater kann seine Beratungsqualität eindeutig und ebenso transparent nachweisen, indem er mit seinen Tipps richtig liegt – und sein Wissen mit den anderen Community-Mitgliedern teilt.

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